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Citruspflanzen - Anzucht
 
   
 
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Allgemeines
Samen
Anzucht
Weitere Kultur
Veredeln


Allgemeines

Die Anzucht von Citruspflanzen jeglicher Art ist nicht sonderlich schwierig. Sie benötigen hierzu lediglich den Samen, den Sie problemlos aus den im Handel erhältlichen Früchten gewinnen können sowie ein mit Substrat gefülltes Anzuchtgefäß und ein warmes, helles Plätzchen. Allerdings sollten Sie sich vor Augen halten, daß Sie auf diese Weise nur sogenannte Wildlinge anziehen können. Diese blühen erst in höherem Alter (ca. 10 bis 15 Jahre) und setzen auch nicht so viele Früchte an wie veredelte Pflanzen, die im Handel angeboten werden. Veredelte Citruspflanzen werden zudem oft auf eine kälteresistente Unterlage wie Poncirus trifoliata gepfropft, so daß die gesamte Pflanze kühlere Temperaturen verträgt als wurzelechte Pflanzen. Wenn Sie sich davon aber nicht abschrecken lassen und sehr preiswert zu -mitunter ziemlich exotischen- Citruspflanzen kommen wollen, die zudem im Handel nur sehr schwer zu bekommen sind, dann ist die Anzucht aus Samen zu empfehlen.


Samen

Sicherlich haben Sie sich beim Verzehr von Citrusfrüchten schon gefragt, ob man aus den Samen Citruspflanzen ziehen kann. Dies ist in der Tat der Fall. Sofern die Früchte nicht bestrahlt sind (in Deutschland ist das verboten), sind die Samen keimfähig. Entnehmen Sie die Samen, ohne sie zu beschädigen (also Vorsicht beim Schneiden), spülen sie kurz mit Wasser ab und trocknen Sie sie z.B. mit einem Küchentuch ab. Bei niedrigen Temperaturen (Kühlschrank) sind diese Samen einige Wochen bis Monate lagerfähig.


Anzucht

Zuerst einmal benötigen Sie ein geeignetes Substrat. Sehr gut geeignet ist Cocos-Substrat, das z.B. unter der Bezeichnung KokoHum als gepreßtes Brikett verkauft wird. Unter Einwirkung von Wasser quillt dieses innerhalb weniger Minuten zu einem torfartigen Substrat auf, das erstens im Gegensatz zu Torf ziemlich keimfrei und zweitens ökologisch einwandfrei ist, da es aus den Fasern von Cocosnüssen, also eigentlich einem Abfallprodukt, gewonnen wird. Zudem speichert Cocos-Substrat Wasser sehr gut, ist aber trotzdem sehr durchlässig, was nicht nur für die Anzucht von Citruspflanzen optimal ist.

Als Pflanzgefäß ist fast alles, was "das Substrat am wegbröckeln hindert", geeignet: Anzuchtschalen, Anzuchttöpfe, Blumentöpfe, Joghurtbecher (unten perforieren!) und Eierkartons sind nur einige Beispiele. Wenn Sie mehrere Samen in ein größeres Gefäß pflanzen, ist es erforderlich, erstens ein lockeres Substrat zu verwenden, damit die Pflanzen später ohne größere Wurzelschäden vereinzelt werden können, und zweitens einen Pflanzabstand von mindestens 3 cm einzuhalten. Bei Gefäßen, die unten geschlossen sind (z.B. Anzuchtschalen) ist einiges Geschick und Gespür beim Wässern erforderlich, denn Citruspflanzen vertragen zuviel Wasser sehr schlecht. Am besten geeignet zur Anzucht von Citruspflanzen sind kleine Anzuchtgefäße in der Größe eines Joghurtbechers.

Sofern Sie Cocos-Substrat verwenden, nehmen Sie etwas gebrauchsfertiges Substrat in die Hand und pressen Sie es so stark sie können zusammen, um das überschüssige Wasser herauszuquetschen, und füllen mit dem jetzt nur noch leicht feuchten Cosos-Substrat das Pflanzgefäß. Bei anderem Substrat sollte dies ebenfalls nur leicht feucht und keinesfalls naß sein. Stecken Sie den Samen ca. 1 cm tief in die Erde und decken das Pflanzgefäß mit einer aufliegenden Glasscheibe, mit Plastikfolie o.ä. ab. Das war's schon. Danach muß das Pflanzgefäß an einen warmen, hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung. Nun heißt es warten, bis sich der Sämling zeigt, was nach einigen Wochen der Fall sein müßte. Halten Sie das Substrat immer leicht feucht aber keinesfalls klatschnaß. Der beliebteste Anfängerfehler ist immer wieder ein viel zu feuchtes Substrat, das zum Absterben der feinen Sämlingswurzeln führt oder sogar schon gleich den Keim verrotten läßt. Cocos-Substrat nimmt dankenswerterweise eine hellbraune Farbe an, wenn es trocken ist, und besitzt damit einen eingebauten, zuverlässigen Feuchteindikator. Solange es eine dunkle Farbe besitzt, ist es ganz sicher feucht genug. Wegen der Abdeckung kann kaum Wasser entweichen, wodurch die Anfangsfeuchtigkeit oft für Wochen ausreichend ist.


Weitere Kultur

Die Pflanzen brauchen in den ersten Lebensmonaten keinerlei Düngung, da sie von Natur aus Nährstoffreserven besitzen und darüberhinaus kräftige Wurzeln ausbilden sollen. Dies tun sie nur dann, wenn sie nach Nährstoffen "suchen" müssen. Nur keine Panik: Jedes Substrat enthält genug Nährstoffe, damit der Sämling nicht eingeht.

Sofern Sie mehrere Pflanzen in ein gemeinsames Gefäß gesät haben, müssen die Sämlinge in nicht zu große Pflanzgefäße vereinzelt werden, sobald sie ca. 5 bis 10 cm groß geworden sind. Beschädigen Sie hierbei die empfindlichen Wurzeln nicht zu sehr! Weiterhin darf der Samenkern nicht entfernt werden, denn dieser enthält noch wertvolle Nährstoffe.

Einzeln ausgepflanzte Pflanzen verbleiben solange in ihrem Pflanzgefäß, bis es zu klein geworden ist. Das erkennt man daran, daß unten an den Abzugslöchern Wurzeln sichtbar werden. Dies kann je nach Größe des Anzuchtgefäßes sehr lange dauern. Dann topft man in ein nur wenig größeres Gefäß um, damit das Substrat gut durchwurzelt wird. Wie bezüglich der Pflege weiter verfahren wird, erfahren Sie unter den verschiedenen  Citrusarten.


Veredeln

Nachdem sich die Pflanze nach ein paar Jahren prächtig entwickelt hat, wird man möglicherweise die Blütenbildung und den Fruchtansatz vermissen. Da Wildlinge sprich aus Samen gezogene Citruspflanzen erst sehr spät Blüten ausbilden, nämlich erst nach 10 bis 15 Jahren, wird man darauf noch recht lange warten müssen. Auch die besten Umgebungsbedingung ändern daran nichts. Vielleicht werden Sie auf die Idee kommen, Ihrer Pflanze durch Veredelung, d.h. durch Verwendung von Edelreisern, nachzuhelfen.

Dies funktioniert tatsächlich. Jedoch möchte ich davon im Regelfall (Citrusfrucht gegessen und Samen gepflanzt) abraten. Im gewerbsmäßigen Citrusanbau werden zwar ausschließlich veredelte Pflanzen verwendet, aber diese werden nie derart "hergestellt", daß z.B. ein Zitronenwildling mit einer Zitrone veredelt wird. Vielmehr kombiniert man hierbei die Vorzüge zweier Arten, wie es in Mitteleuropa bei Obstbäumen ebenfalls üblich ist. Außerdem ist das Veredeln ein kritischer Vorgang, der zum Absterben der Pflanze führen kann - speziell wenn Sie darin noch keine Übung haben. In der gewerbsmäßigen Citrusanzucht spielt es hingegen keine nennenswerte Rolle, wenn von den vielen vorhandenen Pflanzen trotz professioneller Veredelung die eine oder andere Pflanze eingeht.

Die Unterlage (so nennt man die Art, die die Wurzeln zur Verfügung stellt) sollte spezielle Eigenschaften haben. Für Kübelpflanzen sollte sie beispielsweise einigermaßen kälteresistent sein, da die Wurzeln der empfindlichste Teil der Pflanze sind. Und gerade die sind bei Kübelpflanzen stark kältegefährdet, da die bei ausgepflanzten Pflanzen vorhandene, isolierende Erdschicht fehlt. Sehr geeignet als Unterlage für Kübelpflanzen ist Poncirus trifoliata, die Dreiblättrige Orange. Wenn man hierauf z.B. ein Grapefruit-Edelreis (Citrus paradisi) kultiviert, wird die Pflanze überhaupt erst unter normalen Bedingungen als Kübelpflanze kultivierbar. Grapefruit auf Grapefruit müßte beispielsweise unter Warmhausbedingungen überwintern. Sehr beliebt als Unterlage ist nach wie vor auch Citrus aurantium, die Pomeranze. Die Kälteresistenz der Pomeranzenwurzeln ist zwar deutlich geringer als die von Poncirus trifoliata, aber für Kübelpflanzen absolut ausreichend. Denn Kübelpflanzen sollte man ohnehin vor dem ersten Frost einräumen. Es macht auch keinen Sinn, wenn zwar die Wurzeln starken Frost überleben, aber der Edelreis schon bei leichten Minusgraden abstirbt.

Weiterhin kann man durch geschickte Wahl der Unterlage z.B. die Blühfreudigkeit, die Fruchtqualität und die Wachstumsgeschwindigkeit beeinflussen. Denn was nützt es, wenn die Pflanze zu stark wächst und man sie nicht mehr überwintern kann?

Deshalb sollte man, wenn man eine blühende Citruspflanze haben möchte, entweder fertig veredelte Pflanzen kaufen oder bei entsprechendem Geschick geeignete Pflanzen als Unterlage anziehen und dann entsprechend den Wünschen selbst veredeln. Tip: Beispielsweise in Spanien sind Pomeranzen in Städten als Alleebäume weit verbreitet, für deren Früchte sich niemand interessiert. Eine einzige Frucht enthält mehr Samen als Sie benötigen.
  

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Letzter Upload dieser Seite: 05.11.2016 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)